Rutschfest durch den Winter - 5 Tipps, wie Sie auf glatten Straßen und Wegen nicht ins Rutschen kommen

Achtung, Rutschgefahr! Bei Temperaturen unter 0°Celsius sind glatte Straßen und Gehwege vorprogrammiert. Gerade in der Übergangszeit, wo man noch nicht damit rechnet und teilweise von Glatteis völlig überrascht wird, passieren die meisten Rutschunfälle. Und das nicht nur bei Fußgängern, sondern auch bei Autofahrern.

Das liegt u.a. daran, dass der größte Teil des Weges eben noch eisfrei ist und sich nur an bestimmten Stellen, wie z.B. auf Brücken, Überführungen oder an schattigen Stellen Eis bildet. Dabei kann die Lufttemperatur durchaus einige Grad höher sein, als die Bodentemperatur, sodass Ihr Empfinden nicht unbedingt mit einem eisigen Untergrund rechnet. Im Übrigen muss es nicht unbedingt eisig sein um auszurutschen. Auch nasse Blätter auf dem Gehweg oder der Straße bilden einen tückischen Untergrund.

Mit diesen fünf Experten-Tipps kommen Sie heil durch die kalte Jahreszeit.

Wozu Orthopäden raten:

1. Schuhe winterfest machen
Das richtige Equipment ist alles

Was beim Winterreifen Schneeketten sind, sind bei Schuhen spezielle Spikes, die man einfach unter die eigene Sohle schnallt. Die kleinen Spitzen bohren sich ins Eis und sorgen so für mehr Halt.
Sehr gut ausgerüstet sind Sie, wenn Sie Winterstiefel tragen, in deren gut profilierten Laufsohlen die Spikes bereits integriert sind. Dabei sollten Sie jedoch darauf achten, dass diese Spikes umklappbar sind, da Sie, wenn Sie irgendwo wieder ins Innere gehen, sei es in ein Gasthaus oder ein Einkaufsgeschäft, Ihre Schuhe ja nicht unbedingt ausziehen möchten und dann mit Ihren Spikes jeden Boden ruinieren würden.

Sie haben das Profi-Equipment nicht zuhause? Dann können Sie sich zur Not auch behelfen mit Einmachgummis indem Sie diese um die Schuhe binden und so für mehr Haftung auf dem Eis sorgen. Dies sieht zwar nicht unbedingt professionell aus, erfüllt aber durchaus seinen Zweck. Einen ähnlichen Effekt haben übrigens über den Schuh gezogene Wollsocken. Am Wichtigsten ist jedoch, dass Sie Schuhe tragen mit flachen, gut profilierten Laufsohlen. Lassen Sie Ihre Pumps lieber zu Hause oder nehmen sie in einer Umhängetasche einfach mit, wenn Sie nicht darauf verzichten wollen oder können.

2. Sich Zeit lassen

Lassen Sie sich von Ihrem Wecker einfach etwas früher wecken.

Wenn es kalt ist geht man unweigerlich schneller, da man ja so schnell, wie möglich wieder ins Warme kommen will. Damit geht man jedoch ein erhöhtes Risiko ein: Beim schnellen Gehen ist die Bodenhaftung bei jedem Schritt stark minimiert. Zudem sieht man mögliche Gefahrenstellen u.U. zu spät. Beim langsamen Gehen belastet man dagegen die Füße automatisch mit mehr Gewicht, was die Gefahr wegzurutschen minimiert. Deshalb sollten Sie bei widrigen Temperaturen und Straßenverhältnissen von vorneherein mehr Wegezeit einplanen.

3. Clever gehen

Machen Sie es den Pinguinen nach.

 

Sie kommen sicherer ans Ziel, wenn Sie jetzt nicht hart auf die Fersen auftreten, sondern die Füße leicht nach außen drehen und leicht vornüber geneigt gehen. Man nennt diese Gangart auch den „Pinguingang“. Dadurch vermeiden Sie einen Sturz nach hinten, der oft besonders unangenehm ist. Zudem sollten Sie jetzt besonders vorsichtig gehen und sich auf jeden einzelnen Schritt konzentrieren. Achten Sie dabei genau auf den Boden und meiden Sie rutschige Stellen. Bleiben Sie stehen, wenn Sie sich etwas anschauen, wie z.B. die schöne Landschaft oder was auch immer. Gehen Sie bei Ihrem Sonntagsspaziergang auf wenig befahrenen Straßen und Wegen nicht in der Fahrrinne, da sich dort oft überfrierende Nässe bildet. Gehen Sie lieber in der Mitte zwischen den 2 Fahrrinnen, dort ist es meist wesentlich sicherer. Sinnvoll ist es auch, nah an Mauern, Zäunen o.ä. zu gehen. Dort können Sie sich notfalls abstützen oder festhalten falls Sie ins Rutschen geraten.

4. Handschuhe anziehen

Stecken Sie Ihre Hände beim Gehen keinesfalls in die Mantel- oder Hosentaschen, da Sie sonst im Falle eines Sturzes keine Reaktionsmöglichkeit haben, den Sturz noch zu vermeiden, in dem Sie ihn mit ausgebreiteten Armen ausjonglieren, oder sich noch irgendwie festzuhalten oder abzustützen. Daher ist es auf jeden Fall ratsam, in der kalten Jahreszeit das Haus nie ohne warme Handschuhe zu verlassen.

5. Richtig fallen

und dann passiert´s halt doch!

Sie sollten jedoch trotz aller Vorsicht, dem richtigen Schuhwerk und der richtigen Gangart, immer damit rechnen, dass es halt doch passiert. Wenn es irgendwie geht, sollten Sie deshalb beim Stürzen Hände und Ellenbogen nicht anwinkeln. Besser ist es, die Unterarme vors Gesicht zu nehmen und die Hände auszustrecken – damit ist bei einem Sturz der Kopf geschützt. Sollten Sie nach hinten fallen, machen Sie einen runden Rücken und ziehen sie das Kinn zur Brust, das mildert den Aufprall ab. Diesen Bewegungsablauf sollten Sie schon vor dem Losgehen in Ihr Gedächtnis einprägen, damit Sie ihn im Fall der Fälle sofort parat haben und nicht erst lange überlegen müssen. Dazu bleibt einfach keine Zeit. So ein Sturz passiert gewöhnlich im Bruchteil von Sekunden.

Es sind nicht die Beinbrüche, die bei Glatteis schnell passieren. Mit Abstand am häufigsten bricht das Handgelenk, weil man sich während des Fallens in der Regel mit der Hand auffangen möchte.
Ich hoffe, dass diese Tipps hilfreich für Sie sind und dass Sie die Vorzüge der kalten Jahreszeit, die es ja durchaus auch gibt, genießen können.

Kommen Sie gesund und unfallfrei durch den Winter!

Ihre Julia von tessamino

 

Bildquelle: shutterstock

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